09:00 Eucharistiefeier in der Karlskirche als Fernsehübertragung
Die Karlskirche – ein bekannter und doch vergessener Wallfahrtsort
Der Haller Arzt Hippolyt Guarinoni hat seine Vision einer Kirche mit Kloster in Volders verwirklicht. Am 2. April 1620 wurde der Grundstein für die Kirche gelegt allerdings konnte wegen der Zeitumstände, wegen Geldmangels und der Folgen des Dreißigjährigen Krieges erst 1654 die Kirche vollendet werden. Hippolyt Guarinoni war Architekt, Baumeister, Geldgeber und sogar selber als Maurer tätig. Am 25 Juli 1654 wurde die Kirche von Weihbischof Perkhofer von Brixen eingeweiht.
Der Freiherr von Fieger ließ 1696 die Kapelle der schmerzhaften Mutter anbauen, in deren Zentrum die Pieta steht, die vom Stamser Bildhauer Andreas Thamasch um 1707 geschaffen wurde. Diese Kapelle befindet sich nordseitig vom Haupteingang und ist der eigentliche Gnadenort in der Karlskirche. Besondere Bedeutung gewann dieser Gnadenort auch durch die Brücke über den Inn, schon zur Zeit der Römer querte die Nord-Süd-Route über diese Brücke den Inn.
Über Jahrhunderte kamen Menschen vorbei, um ihre Sorgen und Nöte, ihren Dank und ihre Hoffnungen der Schmerzensmutter zu bringen. Zahlreiche Gebetsanliegen, Kerzen und sonstige Erinnerungen zeugen von diesem Gnadenort. Auch heute wird die Fieger-kapelle, wie sie im Volksmund genannt wird, von zahlreichen Menschen besucht aus nah und fern immer verbunden mit dem Dank oder den Bitten der Anliegen der Menschen, die ihnen auf ihren Herzen liegen.
So wollen wir diesen Wallfahrtsort wieder mehr in das Bewusstsein der Menschen bringen und werden
ab Ostern jeden 2. Samstag des Monats um 18:00 Uhr eine Wallfahrtsmesse feiern. Daher eine ganz herzliche Einladung zur ersten Wallfahrtsmesse am Sa 11. April um 18:00 Uhr. Wir freuen uns auf viele Wallfahrer und Pilger zur Gnadenmutter von Volders. (Aus dem aktuellen SSR-Pfarrblatt)
Kirchenpatron der Karlskirche Hl. Karl Borromäus - Reformer – Heiliger - Vorbild
Das16. Jahrhundert, allgemein als Jahrhundert der Renaissance bezeichnet, brachte Kunst und Literatur zur Entfaltung. Die Kirche allerdings kam mit der Reformation Luther‘s in eine schwere Krise.
Karl Borromäus wurde am 2. Oktober 1538 in Arona, am Lago Maggiore geboren. Seine Eltern Gilberto Borromeo und Margaretha dè Medicì hatten hier von den Herren von Mailand ein Lehen erhalten.
Sehr früh wurde Karl für die kirchliche Laufbahn bestimmt. 1551 inskribierte er an der juridischen Fakultät der Universität von Pavia. Diese schloss er 1559 mit dem „Doktor der beiden Rechte“, bürgerliches Recht und Kirchenrecht, ab. Sein Onkel Gianangelo, mit erst einundzwanzig Jahren zum Papst gewählt, holte seinen Neffen zu sich nach Rom. Nach dem Tod von Pius VI. im Dezember 1565 kam Karl wieder nach Mailand, um die Diözese zu übernehmen.
1560 war Karl zum Administrator ernannt worden. Nach einer Reihe von Exerzitien hatte er am 17. Juni 1563 die Priesterweihe empfangen. Mit seelsorgerischem Eifer ging er daran die Kirche und die Gesellschaft zu reformieren. Sein Wirken stieß auf große Widerstände und ließ ihn zum Symbol eines Reformbischofs werden.
Dem hl. Karl Borromäus war nicht nur die Ausbildung der Priester und die Reform der kirchlichen Einrichtungen wichtig. Um die Mitarbeit der Laien zu fördern und aufzuwerten bemühte er sich um die Wiederbelebung von Bruderschaften. Seiner Überzeugung entsprechend sollten in jeder Pfarrei eine Rosenkranzbruderschaft und eine Schule für den christlichen Glauben bestehen. Die Betreuung der Armen war ihm ein fundamentales Anliegen. Dies kam besonders zum Tragen als 1576 in Mailand die Pest wütete. Ungefähr 20.000 Opfer waren zu beklagen. Ein Attentat auf seine Person überlebte Karl Borromäus im Oktober 1569 unverletzt.
Mit Wissen und Weisheit erfüllte er die Vorgaben des Konzils von Trient (1545-1563). Der Erzbischof von Mailand stirbt nach einem heiligmäßigen Leben am 6. November 1584 und wird am 1. November 1610 heiliggesprochen.
1764 erhielt Martin Knoller den Auftrag, in der Volderer Karlskirche die Decken mit Fresken auszugestalten. Ebenso schuf er das Altarbild des Hochaltars. In diesen Kunstwerken werden das Leben und Wirken des hl. Karl Borromäus dargestellt.
Karl Wurzer, Ortschronist Volders