2026 feiert die Christenheit zum ersten Mall Ostern mit Papst Leo XIV., daher Texte aus Rom
GRÜNDONNERSTAG Die Großen dieser Welt erschaffen sich Reiche durch die Macht und das Geld (vgl. Mt 20,25; Mk 10,42), „bei euch aber soll es nicht so sein“ (Lk 22,26). Gott handelt nicht so: Der Meister hat keinen Thron, sondern gürtet sich ein Tuch um und kniet sich zu Füßen eines jeden nieder. Sein Herrschaftsgebiet ist der kleine Raum, der ausreicht, um seinen Freunden die Füße zu waschen und sich um sie zu kümmern.
Das ist auch eine Einladung, um einen anderen Blickwinkel einzunehmen, um die Welt von unten aus zu betrachten, mit den Augen derer, die leiden, nicht mit der Sichtweise der Mächtigen; um die Geschichte mit den Augen der Kleinen zu betrachten und nicht aus der Perspektive der Einflussreichen; um die Ereignisse der Geschichte aus der Sicht der Witwe, des Waisenkindes, des Fremden, des verletzten Kindes, des Verbannten, des Flüchtlings zu verstehen; mit den Augen der Schiffbrüchigen, des armen Lazarus, der vor der Tür des reichen Prassers liegt. Sonst wird sich nie etwas ändern, und es wird keine neue Zeit anbrechen, kein Reich der Gerechtigkeit und des Friedens.