Pfarre Volders - Seelsorgeraum Fritzens-Volders-Wattens
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Sebastianibund

Der Ortschronist Karl Wurzer beschreibt im Pfarrblatt Nr. 2, 30. Jahrgang, Mai/Juni/Juli 2007, S. 20. „Religiöse Vereinigungen in der Pfarre Volders“ einen Einblick in die Entstehung und Ziele von Bruderschaften.

Seit jeher gibt es in der katholischen Kirche religiöse Vereinigungen, deren Entstehen oft bis in das Spätmittelalter zurückreicht. Das Ziel dieser Bruderschaften, Kongregationen oder Bünde war das Bestreben, das religiöse und sittliche Leben in der Pfarrei durch gemeinsame Belehrungen und Andachten zu fördern. Eine der bedeutendsten Gemeinschaften im 16. Jh. waren die Rosenkranzbruderschaften.

Die Bruderschaften waren kirchenrechtliche Gemeinschaften, deren Leitung der zuständige Seelsorger ausübte und der auch die Funktionäre bestellte. Durch Zuwendungen, Spenden und Beiträge der Mitglieder verfügten die Vereinigungen über beträchtliche Mittel, die sie für Kerzen, Altarschmuck, Bilder, Statuen und gottesdienstliche Bedürfnisse ausgaben. Daneben wurden aber auch Geistliche, Mesner, Lehrer und Arme unterstützt.

Bei der Aufnahme in die Bruderschaft erhielt das Mitglied ein Aufnahmediplom, welches meist mit einem Kupferstich geschmückt war. Verstarb das Bruderschaftsmitglied, wurde der Bruderschaftszettel den geistlichen Vorständen ausgehändigt, damit die verheißenen Messen gelesen werden konnten. Der Zettel wurde anschließend vernichtet.

Die älteste in der Pfarre Volders erwähnte Bruderschaft ist die 1673 von einem Dominikanerpater aus Kitzbühel gegründete Rosenkranzbruderschaft. Nach mehr als 100-jähriger Aktivität wur­de diese durch ein Dekret Kaiser Joseph II. 1784 aufgehoben. Zum Zeitpunkt der Auflösung betrug das Vermögen der Bruderschaft 1.073 Gulden.

Eine Herz-Jesu-Bruderschaft wurde 1846 gegründet. Die ersten Aufzeichnungen des Partisaner-Bundes gehen bis in das Jahr 1854 zurück. Das älteste Zeugnis des Annen- und Magdalenen-Bundes ist eine Bundmesse im Jahre 1909. Der Frauen-Bund wurde 1916 gegründet.

Am Sonntag um den 20. Jänner treffen sich die Männer des Sebastianibundes zum gemeinsamen Gottesdienst, der immer von einer Bläsergruppe der Senseler Musikkapelle festlich gestaltet wird. Danach sitzt man in der Johannesstube gemütlich beisammen. Bei Begräbnissen von Mitgliedern wird die Bundtafel und bei den Prozessionen die Bundfahne mitgetragen. Jahrzehntelang war Alfred Moser Obmann, seit 2007 führt Ortschronist Karl Wurzer den Sebastianibund.

Sebastian (* in Mailand oder Narbonne; † um 288 in Rom) war ein römischer Soldat und wurde zu einem christlichen Märtyrer.

Seine Jugendzeit verbrachte Sebastian in Mailand und wurde wegen seiner Verlässlichkeit zum Offizier der Leibwache von Kaiser Diokletian und Maximinian ernannt.

Der Legende nach hatte sich Sebastian als Hauptmann der Prätorianergarde am kaiserlichen Hof öffentlich zum Christentum bekannt und notleidenden Christen geholfen, woraufhin ihn Diokletian zum Tode verurteilte und von numidischen Bogenschützen erschießen ließ.

Im Glauben, er sei tot, ließ man ihn danach liegen. Sebastian war jedoch nicht tot und wurde von einer frommen Witwe mit dem Namen Irene, die ihn beerdigen wollte, als lebend erkannt und wieder gesund gepflegt. Nach seiner Genesung kehrte er zu Diokletian zurück und bekannte sich erneut zum Christentum. Diokletian befahl daraufhin, ihn mit Keulen im Circus zu erschlagen. Seinen Leichnam warf man in die Cloaca Maxima, einen städtischen Abflussgraben in der Nähe des Tiber. Daraus wurde er von Christen geborgen, nachdem er ihnen im Traum den Ort seines Verbleibens gezeigt haben soll. Danach wurde er in den Katakomben beerdigt.

Der heilige Sebastian war schon immer ein beliebter Heiliger. Sebastian ist der Schutzheilige gegen die Pest, da man seiner Fürbitte das schnelle Erlöschen der Pest 680 in Rom zusprach.

Sebastian ist Patron der Sterbenden, Eisenhändler, Töpfer, Gärtner, Gerber, Bürstenbinder, Stadt- und Gemeindepolizisten, Soldaten, Schützen und Büchsenmacher uva.

 

Auf den Gedenktag des Heiligen beziehen sich zahlreiche Bauernregeln:

  • An Fabian und Sebastian fängt der rechte Winter an.
  • An Fabian und Sebastian soll der Saft in die Bäume gahn.
  • Sturm und Frost an Fabian ist allen Saaten wohlgetan.
  • Fabian im Nebelhut, der tut den Pflanzen gar nicht gut.
  • Sebastian je kälter und heller – macht Scheuer und Fässer umso völler

(Anm.: Wikipedia).

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